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Wozu leben ? Zu den Festen im spanischen Valencia gehört eine merkwürdige Tradition, die ihren Ursprung in der alten Bruderschaft der Zimmerleute hat. Das ganze Jahr hindurch bauen Handwerker und Künstler riesige Holzskulpturen. In der Woche der Feria stellen sie diese auf dem Hauptplatz der Stadt auf, zur Freude der Passanten. Doch am Tag des heiligen Joseph werden alle Skulpturen - bis auf eine - in einem riesigen Feuer vor Tausenden von Zuschauern verbrannt. "Wozu die ganze Arbeit?" fragte ein Tourist, als er die Flammen zum Himmel aufsteigen sah. "Auch du wirst eines Tages enden", sagte ein Spanier. "Glaubst du, dass ein Engel, wenn dieser Tag gekommen ist, Gott fragen wird: Wozu die ganze Arbeit?"
Unbeirrt seinen Weg gehen Der Meister sagt:
Wenn du den Weg deiner Träume gehst, gib dich ihm ganz hin. Lass mit der
Entschuldigung "Das ist noch nicht ganz das was ich wollte" keine
Hintertür offen. In diesem Satz liegt der Keim für eine Niederlage. Geh
deinen Weg. Auch wenn das manchmal heißt, Schritte ins Ungewisse zu tun,
auch wenn du weißt, dass du es besser machen könntest. Wenn du deine
Möglichkeiten in der Gegenwart ausschöpfst, wirst du in der Zukunft
sicher besser werden. Doch wenn du deine Grenzen leugnest, wirst du sie
nie überwinden. Stelle dich mutig deinem Weg, fürchte dich nicht vor der
Kritik der anderen. Und vor allem, lass dich nicht durch Selbstkritik
lähmen. Gott wird in den schlaflosen Nächten an deiner Seite sein und
deine heimlichen Tränen trocknen.
Eigenverantwortung Der Schüler näherte sich dem Meister: Seit Jahren suche ich die Erleuchtung, sagte er. Ich fühle, dass sie nicht mehr weit ist. Ich möchte wissen, welchen Schritt ich als nächstes tun soll. "Und wie erwirbst du deinen Lebensunterhalt ?" fragte der Meister. Noch habe ich nicht gelernt, mich selbst zu ernähren. Mein Vater und meine Mutter unterstützen mich. Aber das tut doch nichts zur Sache! Der nächste Schritt besteht darin, dass du eine halbe Minute in die Sonne blickst, sagte der Meister. Der Schüler gehorchte. Als die Zeit um war, bat der Meister den Schüler, er möge ihm das Feld um ihn herum beschreiben. Ich kann es nicht sehen, die Helligkeit der Sonne hat meinen Blick getrübt, antwortete der Schüler. Ein Mensch, der nur das Licht sucht und die Verantwortung für sich selbst anderen überlässt, wird die Erleuchtung nicht finden. Ein Mensch, der in die Sonne starrt, wird am Ende blind, sagte darauf der Meister.
Über das Schicksal klagen ? Ein alter Mann lebt zusammen mit seinem Sohn in einem Bergdorf. Weil er das einzige Pferd des Dorfes besitzt, gilt er als sehr reich. Entsprechend bewundern und beneiden ihn die anderen Dorfbewohnern. Aufgrund seiner Lebensweisheit hält sich der alte Mann mit voreiligen Bewertungen zurück und kommentiert Ereignisse am liebsten mit der Bemerkung: "Warten wir es ab!" Eines Tages läuft das Pferd weg. Das Dorf eilt zusammen und bedauert und tröstet den Mann. Dieser erwidert nur: "Warten wir es ab!" Nach kurzer Zeit kommt tatsächlich sein entlaufenes Pferd zurück. Aber nicht genug damit: Mit ihm erscheint gleich eine ganze Herde von Wildpferden. Mit einem Schlag wird der alte Mann zur reichsten Person weit und breit. Das Dorf möchte dieses Ereignis feiern und ihm gratulieren, doch der Mann entgegnet nur: "Warten wir es ab!" Weil es sich bei den zugelaufenen Pferden um Wildpferde handelte, die ungezähmt wenig nutzen, reitet der Sohn die Pferde zu. Dabei wird er eines Tages von einem besonders wilden Pferd abgeworfen und bricht sich alle Knochen. Er wird zum Krüppel des Dorfes. Das Dorf eilt erneut zusammen und will den alten Mann beklagen. Selbst in dieser Situation entgegnet er mit ruhiger Stimme: "Warten wir es ab!" Die Zeit vergeht und nach einigen Wochen kommen Reiter des Königs ins Dorf, um alle jungen Männer für den Krieg einzuziehen. Keiner von ihnen kehrt je zurück. Nur einen nahmen sie nicht mit: den Krüppel....
Die Oberflächlichkeit überwinden Es ist eine Qual, dass viele Personen - auf Grund geringer Einsicht - sich auch der guten Dinge bedienen nur zur Befriedigung der eigenen Sinne und den Geist leer lassen; der Aspekt der Sinne «saugt» einen großen Teil des Geistes auf, er trinkt ihm das Wasser weg, bevor es zum Geist selbst gelangt, der trocken und leer bleibt. Indem man so oberflächlich lebt, kommt man auch mit den Dingen in Kontakt in ebenfalls rein oberflächlicher Weise; wer nicht fähig ist, bis in den Grund der eigenen Seele zu dringen, ist auch nicht fähig, die Tiefe der Dinge zu durchdringen, er nimmt von ihnen nur das wahr, was äußerlich erscheint, und endet damit, nur Dummheiten Wichtigkeit zu verleihen. Die Person, die an Äußerlichkeiten gebunden ist, ist nicht fähig zu fliegen; sie ist wie ein Gefangener, gefesselt, zermürbt und entkräftet. Indem sie die Dinge nur von ihrem geringsten Standpunkt aus sieht, wird sie immer kindischer und beugt sich auf sich selbst zurück. |